Darf Spiegel-Online Fotos nutzen, die von Barack Obama auf Flickr unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht wurden?

Auf Spiegel Online (SpOn) las ich heute, dass Barack Obama private Bilder von der Wahlnacht auf Flickr veröffentlicht hat. „Großartig!“ habe ich gedacht, endlich ein Politiker der das Internet nicht nur für den Wahlkampf nutzt, sondern sich in die Community einbringt.

Zum Artikel hat SpOn 14 der Fotos als Fotoklickstrecke veröffentlicht. Dabei fielen mir zwei Dinge auf:

SpOn hat nicht die Bilder selbst veröffentlicht, sondern Screenshots von der Flicker-Seite, auf denen die Bilder zu sehen sind. Als Urheberrechtshinweis …

Auf Spiegel Online (SpOn) las ich heute, dass Barack Obama private Bilder von der Wahlnacht auf Flickr veröffentlicht hat. „Großartig!“ habe ich gedacht, endlich ein Politiker der das Internet nicht nur für den Wahlkampf nutzt, sondern sich in die Community einbringt.

Zum Artikel hat SpOn 14 der Fotos als Fotoklickstrecke veröffentlicht. Dabei fielen mir zwei Dinge auf:

  • SpOn hat nicht die Bilder selbst veröffentlicht, sondern Screenshots von der Flicker-Seite, auf denen die Bilder zu sehen sind.
  • Als Urheberrechtshinweis steht „flickr.com/David Katz/Obama for America

Obama-Klickstrecke auf Spiegel Online

Das letztere fand ich traurig und hätte mir gewünscht Obama hätte die Bilder konsequenterweise unter der Creative Commons-Lizenz veröffentlicht, damit man sie nutzen kann. Doch dann sah ich auf Flickr selbst, dass die Fotos doch unter der Creative Commons BY-NC-SA Lizenz publiziert wurden. Oha, „Non-Commercial“, Screenshots statt Bilder und kein Hinweis auf die Creative Commons Lizenzen? Verstößt SpOn etwa so offensichtlich gegen das Urheberrecht? Die Antwort ist ein bedingtes „ja“.

Der Beitrag ist etwas länger, daher erstmal eine …

… kurze Zusammenfassung:

SpOn hätte  die Bilder nur im folgenden Fällen veröffentlichen dürfen: Lesen Sie weiter

Lawrence Lessig (Creative Commons) würde Lachschon.de mögen

Gestern hat Lawrence Lessig, der Mitbegründer von Creative Commons, einen Vortrag an der Universität Auckland gehalten. Und nachdem ich seine Präsentationen bisher nur von Aufzeichnungen her kannte, durfte ich diesmal live dabei sein. Es war meisterhaft wie er komplizierte Ideen mit wenigen Worten auf den Punkt brachte. Das erstaunliche dabei war, dass Lessig selbst hinter seine Worte zurück trat und gar nicht dem Kult entsprach, der um seine Person herrscht.

Insgesamt war der Vortrag damit etwas sachlicher und …

Gestern hat Lawrence Lessig, der Mitbegründer von Creative Commons, einen Vortrag an der Universität Auckland gehalten. Und nachdem ich seine Präsentationen bisher nur von Aufzeichnungen her kannte, durfte ich diesmal live dabei sein. Es war meisterhaft wie er komplizierte Ideen mit wenigen Worten auf den Punkt brachte. Das erstaunliche dabei war, dass Lessig selbst hinter seine Worte zurück trat und gar nicht dem Kult entsprach, der um seine Person herrscht.

Insgesamt war der Vortrag damit etwas sachlicher und weniger rebellisch als der von Richard Stallmann (GNU GPL) vor zwei Monaten. Lessig hat nicht appelliert das Copyright komplett abzuschaffen, sondern es nur der Gegenwart anzupassen. Diese Ansicht hat er mit zwei Thesen belegt:

1. Bild, Musik und Video sind heute das was Literatur früher war

Wer unter 21 ist und nicht weißt wie man ein Video hochladen kann, mit dem stimmt was nicht – sagte Lessig scherzhaft. Das tatsächliche Problem ist jedoch nicht der Umgang mit der Technik, sondern das Urheberrecht, welches immer noch im 20sten Jahrhundert steckt, wo

  • Ausdrucksmittel des privaten Menschen hauptsächlich Lesen & Schreiben waren,
  • Texte, Bilder, Musik & Video nur im privaten Rahmen ausgetauscht wurden und
  • die Urheberrechtsindustrie den Austausch unter Privatleuten (z.B. Kassetten tauschen) nicht überwachen konnte.

Diese „Heimkultur“ hat sich dank Technik nunmehr zu einer öffentlichen Remixkultur weiter entwickelt, in der

  • jeder Bilder, Musik und Videos kreieren kann,
  • diese öffentlich im Internet ausgestellt und ausgetauscht werden und
  • die Urheberrechtsindustrie den Austausch unter Privatleuten (z.B Filesharing, Websites) überwachen kann.

Diese neue Kultur kollidiert jedoch mit dem pauschalen Verbot des „Kopierens“, der jede Kopie verbietet, auch wenn sie nur für private Zwecke erstellt worden ist. Früher mochte die vergleichsweise umfangreiche Erlaubnis Texte zu zitieren als Ausnahme vom Urheberrecht genügen. Aber obwohl Bilder, Musik und Videos heutzutage denselben Stellenwert wie Worte haben, dürfen sie nicht so einfach wie Worte zitiert werden. Dazu zeigt Lessig Beispiele wie heute multimedial kommuniziert wird, indem Ideen aufgegriffen, verbessert oder einfach zu neuen Werken gemischt werden: Lesen Sie weiter

Creative Commons einfach erklärt – Teil 4 – "Vorteile, Gefahren & weiterführende Links"

Nach dem theoretisch alles geklärt ist und auch die praktische Anwendung erklärt worden ist, geht es nun mit Hinweisen für den täglichen Umgang weiter.

Vorteile von Creative Commons

Rechtssicherheit – Man muss keine juristisch schwierigen Einzelverhandlungen führen, die viele Fallstricke haben können. Das Urheberrecht bleibt erhalten – es werden nur bestimmte Nutzungen erlaubt. So kann der Urheber u.A. weiterhin rufschädigende Nutzung oder Entstellung seines Werkes verbieten. Z.B. die Nutzung seiner Bilder auf einer Naziseite untersagen.

Nach dem theoretisch alles geklärt ist und auch die praktische Anwendung erklärt worden ist, geht es nun mit Hinweisen für den täglichen Umgang weiter.

Vorteile von Creative Commons

Creative Commons - Vorteile

  • Rechtssicherheit – Man muss keine juristisch schwierigen Einzelverhandlungen führen, die viele Fallstricke haben können.
  • Das Urheberrecht bleibt erhalten – es werden nur bestimmte Nutzungen erlaubt. So kann der Urheber u.A. weiterhin rufschädigende Nutzung oder Entstellung seines Werkes verbieten. Z.B. die Nutzung seiner Bilder auf einer Naziseite untersagen.
  • Einzelverhandlungen bleiben möglich – Wenn man z.B. ein Werk wider die CC-Lizenz kommerziell nutzen möchte, kann man sich schriftlich einigen.
  • Große Verbreitung – Der Pool an freien Werken wächst und die standardisierte Lizenz erleichtert die Nutzung

Gefahren bei Creative Commons

Die „Creative Commons“-Lizenz hat zwar überwiegend Vorteile, kann jedoch auch Gefahren enthalten. Diese sind jedoch nicht häufig und übersichtlich.

Lesen Sie weiter

Creative Commons einfach erklärt – Teil 3 – "Eigene Creative Commons-Lizenz erstellen"

 

Nach der Theorie geht es nun in die Praxis. Den Lizenzgeber (bzw. Publisher) interessiert es vor allem, wie er seine Werke unter der „Creative Commons“-Lizenz vertreiben kann.

Zu welchen Werken passt eine „Creative Commons“-Lizenz?

Prinzipiell für alle. Fotos, Grafiken, Texte, Onlineinhalte oder Offlineinhalte (z.B. Bücher) können unter der Lizenz veröffentlicht werden. Einzige Ausnahme bildet Software. Dafür gibt es speziellere Lizenzen, wie z.B. die GNU General Public License.

 

Nach der Theorie geht es nun in die Praxis. Den Lizenzgeber (bzw. Publisher) interessiert es vor allem, wie er seine Werke unter der „Creative Commons“-Lizenz vertreiben kann.

Zu welchen Werken passt eine „Creative Commons“-Lizenz?

Prinzipiell für alle. Fotos, Grafiken, Texte, Onlineinhalte oder Offlineinhalte (z.B. Bücher) können unter der Lizenz veröffentlicht werden. Einzige Ausnahme bildet Software. Dafür gibt es speziellere Lizenzen, wie z.B. die GNU General Public License.

Lesen Sie weiter