Das autonome Auto – Rechtsbelehrung Folge 31 (Jura-Podcast + Hörerumfrage)

Dürfen Autos autonom über Leben über Tod entscheiden? Und wer haftet dann für die verschiedenen Verkehrsverstöße? In der neuesten Podcast-Folge erklären wir, warum die Zukunft selbstfahrender Fahrzeugen nicht nur von der Technik, sondern in großen Teilen auch vom Recht abhängt.

30
SHARES

Stellen Sie sich vor, Ihr Auto lenkt lieber Sie gegen einen Baum, als andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Wie fänden Sie das? Sollte das Auto dies entscheiden dürfen? Oder sollten Fahrer vor Fahrtantritt einen passenden „Ethik-Algorithmus“ auswählen können?

Zugegeben, das ist eine zugespitzte Frage. Aber es ist nur einer der vielen rechtlichen und ethischen Knackpunkte selbstfahrender Fahrzeuge, die wir in dieser Folge aufgreifen werden. Dabei müssen wir feststellen, dass die Antworten gar nicht so einfach zu finden sind. Daher freuen wir uns umso mehr auf Ihre Ansichten in den Kommentaren.

Des Weiteren möchten wir in der nächsten, bzw. übernächsten Folge in einer Meta-Folge über die Zukunft der Rechtsbelehrung sprechen, über unsere Abrufzahlen und beantworten auch gerne die Fragen unserer Zuhörer. Vorher möchten wir Sie aber gerne besser kennenlernen und haben dafür eine Hörerumfrage vorbereitet. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie daran teilnehmen:

http://rechtsbelehrung.com/umfrage

Wir danken Ihnen für die Teilnahme und viel Spaß beim Zuhören!

P.S. das Wichtelbild:

Der Podcast erscheint unter der Creative Commons BY-ND-Lizenz D.h. Sie können ihn selbst unbearbeitet zum Download anbieten, solange Sie diesen Hinweis neben dem Downloadlink platzieren: "Rechtsbelehrung.com Marcus Richter & Thomas Schwenke, CC-BY-ND" - P.S. bei den jeweiligen Podcastfolgen findet sich neben den Audioplayern eine Einbettungsfunktion ("Embed") für Ihren Blog oder Website .

Themenvorschläge, Anregungen, Kritiken, aber auch Komplimente sind in den Beiträgen zu den Folgen oder per Twitter sehr willkommen: @RBL_rfm (Podcast-Account), @monoxyd (Marcus Richter), @thsch (Thomas Schwenke). Unsere Amazon-Wunschlisten für Dankeschönzwecke: (Wunschliste Marcus Richter,Wunschliste Thomas Schwenke). Danke zurück! :)

Inhalte des Podcasts:

  • 00:00:00 – Hausmeisterei, (zum erwähnten Fall v. Edeka und deutscher Bahn bei Felix Beilharz).
  • 00:04:00 – Aufruf zur Rechtsbelehrungs-Umfrage.
  • 00:06:30 – Wir Wichteln!
  • 00:12:30 – Einführung in das Thema und ab wann sind Fahrzeuge autonom?
  • 00:23:00 – Wer ist ein Fahrzeugführer und warum rast er gerne?
  • 00:28:00 – Der Halter haftet!
  • 00:29:30 – Autonome Straftaten und autonome Ordnungswidrigkeiten?
  • 00:33:00 – Der Zwang von Juristen einen Schuldigen zu finden.
  • 00:46:00 – Wann haften Fahrzeughersteller?
  • 00:52:00 – Der Weichenstellerfall und das moralische Dilemma.
  • 01:08:00 – Wenn Autos über Tod oder Leben entscheiden müssen.
  • 01:12:00 – Würdet Ihr ein Auto kaufen, dass Euch gegen einen Baum fährt um Fußgänger zu schützen?

Erwähnte Fälle und Links zur Folge

30
SHARES

Kommentare

  1. marcjohne

    Der Aussage mit dem schnell fahren um aufmerksam zu bleiben kann ich nachvollziehen. Gegen Müdigkeit hilft es natürlich nicht, aber wenn ich merke, dass es monoton wird fahre ich gerne mal schneller.

    Ich fahre nicht mehr viel Auto, musste aber jahrelang täglich ~60km Autobahn fahren und habe natürlich ab und zu kleinere Fahrfehler gemacht. Die Allermeisten hiervon aber bei angemessener Geschwindigkeit.

    Ich will damit nicht sagen „Raser“ seinen bessere Autofahrer. Ich halte mich selbst für einen eher moderaten Fahrer, muss aber zugeben, dass ich beim „monotonen dahinfahren“ tendenziell unkonzentrierter bin wie beim gelegentlichen schnell fahren (damit meine ich ehrlicher weise auch mal eine überhöhte Geschwindigkeit).
    Ich beziehe das aber ausschließlich auf das Fahren auf Autobahnen!

  2. Adapbter

    Schaut mal den Film „I Robot“.

    Wenn der Rest des Filmes auch standard ist, so wird dort der Rettungskonflikt gut gezeigt. Eine Droide hat auf Grund der Überlebenswahrscheinlichkeit den Protagonisten anstelle eines Kindes gerettet. In meinen Augen für eine Maschine der beste Ansatz, setz aber eine komplexere Beurteilung voraus, als eine Auto heute leisten könnte.

    Ich teile die Auffassung, dass es besser ist Computer den Transport zu überlasen. als dem Menschen. Das ist in jeder Hinsicht klüger. Und ja, ich würde mich in eine solches Auto sogar lieber setzen, als bei den meisten Mitmenschen mitzufahren.

    Danke für Eueren Podcast!

  3. André

    Kleine Korrektur zur Singularität: Der Punkt ist eigentlich nicht, dass künstliches Bewusstsein entsteht, auch weil wir nicht wirklich gut verstehen, was Bewusstsein überhaupt ist und ob eine Künstliche Intelligenz es benötigt. Es geht vielmehr darum, dass eine Künstliche Intelligenz die Fähigkeit entwickelt, die eigene Programmierung anzupassen, und sich dann in einem iterativen Prozess so schnell weiterentwickelt, dass niemand vorhersagen kann, was das Ergebnis ist. Daher eine Singularität, eine Unendlichkeitsstelle, der Kurve des technischen Fortschritts, weil dieser Prozess alle dann noch ausstehenden Probleme (inklusive der Menschheit!?) mehr oder weniger instantan lösen soll.

    Dann eine Frage: Warum sollte man die Regeln für Unfälle überhaupt vorher so kleinteilig festlegen? Wenn wir wissen, dass autonom gesteuerte Fahrzeuge weniger Unfälle verursachen, kann man sie einführen und dann anhand der Analyse der dennoch passierten Unfälle Verhaltungsregeln für diese Ausnahmefälle entwickeln. Die Haftung könnte für den Übergangszeitraum die Hersteller ggf. mit Förderung übernehmen. Ich würde das Argument ins Feld führen, dass so die Zahl der Leben, die gerettet wird, größer ist, aber das zieht ja bei euch nicht. ;)

  4. Bernd

    Klasse Folge wieder einmal.
    Ich würde mich sofort in ein selbstfahrendes Auto setzen auch wenn es mich statt eines Fussgängers opfern würde. Und ich bin auch der Meinung von RA Schwenke, dass die Zukunft nicht im Besitz des Autos sondern in der Nutzung von Autonetzwerken liegt, die ich jederzeit rufen und nutzen kann. Der Beruf des Taxifahrers wird damit obsolet und es wird wahrscheinlich nur noch autonome Autos in verschiedenen Nutzungsklassen geben: Einzelnutzung, Fahrgemeinschaften (billiger) und Grossraumfahrzeuge mit festen Strecken (ehem. Busse, Flatrate Modell).

  5. Martin

    Ich glaube die Möglichkeit das Auto zu stoppen, wenn eine solche Entscheidung getroffen werden muss ist irrelevant. Das Auto weiß das wahrscheinlich früher als ich und wird egal wie die Entscheidung ausfällt versuchen die Geschwindigkeit zu reduzieren.

    Ich persönlich steige auch lieber in ein solches Auto als zu manchen Taxifahrer. Allein weil das Auto versuchen wird den Schaden gering zu halten, selbst wenn es mich gegen ein Baum fährt.

  6. Ich habe gerade diese Website hier entdeckt und finde sie echt klasse! Werde auf jeden Fall auch die anderen Artikel hier lesen. Danke :)

  7. Angeblich sollen die selbst fahrenden Autos ja schon bald kommen. Pilotversuche beginnen bereits 2016. Eine tolle Neuerung!

  8. Also ich bestimme lieber selbst, wohin ich fahre. Das ist mir sonst doch ein klein wenig zu abenteuerlich. Es klingt aber interessant.

  9. Keine zehn Pferde bringen mich in so ein Höllengefährt. Was soll denn der Sinn davon sein? Wir können doch alle ohne diese Technik fahren!

  10. Philipp

    Danke für den schönen Podcast!
    Ein Punkt, der mir in der Diskussion noch zu wenig Beachtung findet: Es wird meist so getan, als gäbe es *den Algorithmus*, in dem festgelegt ist, wie sich ein Auto/ein Roboter/… in einer bestimmten Situation verhalten soll – in Wahrheit handelt es sich aber doch in aller Regel um ein *neuronales Netzwerk*, das für die Erkennung von Gefahren/potentiellen Opfern/Situationen verantwortlich ist; Das heißt insbesondere, dass der Hersteller nur sehr begrenzt Einfluss darauf hat, wie sich ein Auto verhalten wird. Er hat Einfluss auf die Sensoren etc., aber wie das Auto „handelt“, das ist doch eine Folge der „Neuronen“, die niemand programmiert hat, die durch Deep Learning oder so „autark“ trainiert wurden.

Trackbacks für diesen Beitrag

  1. Autonomes Fahren: Wie sollen KFZ Entscheidungen treffen › verkehrsunfall, Robotrecht und autonome Fahrzeuge › Anmerkung › Rechtsanwalt Ferner Aachen Alsdorf › Anwaltskanzlei Ferner
  2. konsumiert #6 | steve-r.de

Hinterlassen Sie bitte einen Kommentar

Ich freue mich über Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie jedoch, dass ich an dieser Stelle nur allgemeine Fragen zum Beitrag beantworten, aber keine individuellen Fälle lösen oder beantworten kann. Falls Sie eine individuelle Beratung wünschen, stehen wir gerne hier für Sie bereit. Ferner erfolgen alle Informationen und Antworten nach bestem Wissen & Gewissen, jedoch kann für sie keine Haftung übernommen werden.

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Comments links could be nofollow free.