MailChimp, Newsletter und Datenschutz – Anleitung mit Muster und Checkliste

Der folgende Beitrag zeigt Ihnen wie Sie MailChimp rechtlich sicher einsetzen und erklärt, was Sie beim Einsatz von Newsletter-Versanddienstleistern beachten müssen.

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Es ist mittlerweile (überwiegend) bekannt, dass Newsletter nur mit einer Einwilligung der Empfänger versendet werden dürfen. Ebenso gehört dazu die Kenntnis, dass diese Einwilligung nur mit Hilfe einer Bestätigungsmail (sog. Double-Opt-In) nachweisbar ist.

Dagegen ist es nach meiner Erfahrung weitestgehend unbekannt, dass die Einwilligung auch den Einsatz eines Versanddienstleisters oder die statistische Erfassung des Leseverhaltens umfassen muss.

Daher erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag zuerst die rechtlichen Hintergründe. Anschließend zeige ich Ihnen die Umsetzung anhand des US-Dienstleisters MailChimp, den ich auch selbst verwende. Hierzu erhalten Sie eine Mustervorlage für Ihre Datenschutzerklärung sowie eine Checkliste mit den Punkten, die Sie beachten müssen. Das Video fasst die wesentlichen Punkte kurz zusammen:


Übermittlung personenbezogener Daten

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Während die ersten drei E-Mailadressen personenbezogen sind, weist die unterste „Wegwerfadresse“ für sich keinen Personenbezug auf. Allerdings speichert MailChimp die IP-Adresse bei der Anmeldung, weswegen im Zweifel bei allen Nutzerdaten von einem Personenbezug auszugehen ist.

Wenn Sie einen Dienstleister mit dem Versand Ihrer Newsletter beauftragen, dann bekommt dieser Zugriff auf die E-Mailadressen Ihrer Abonnenten.

Bei den E-Mailadressen handelt es sich im Regelfall um personenbezogene Daten (es sei denn, die E-Mailadresse lässt sich nicht zu einer Person zurückverfolgen, wie z.B. bei Anbietern von „Wegwerfadressen“ wie 10-Minute-Mail). Der Personenbezug liegt erst Recht vor, wenn die Namen der Empfänger gespeichert werden. Zusätzlich werden im Regelfall auch weitere Angaben, wie z.B. die IP-Adresse, das Land in dem die Empfänger sitzen oder technische Informationen, wie die Browserversion gespeichert.

Indem Sie dem Dienstleister erlauben auf die Daten der Abonnenten zugreifen zu können, liegt ein Fall der „Übermittlung – § 3 Abs. 4 Nr. 3 BDSG“ im Sinne des Datenschutzgesetzes vor. Diese Übermittlung ist nur zulässig, wenn sie gesetzlich erlaubt oder durch eine Einwilligung gedeckt wird.

Ausnahme Auftragsdatenverarbeitung: Wenn Sie mit einem Dienstleister in der EU oder Europäischen Wirtschaftsraum einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag gem. § 11 BDSG schriftlich abgeschlossen haben, dann liegt gem. § 3 Abs. 8 BDSG kein Fall der Übermittlung vor. Damit ist es rechtlich weitaus einfacher und sicherer Binnen-Dienstleister einzusetzen. Eine Ausweitung dieser Privilegierung auf Anbieter außerhalb der EU, wie z.B. MailChimp ist ab der Geltung der EU-Datenschutzgrundverordnung im Mai 2018 zwar möglich, jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Gesetzliche Erlaubnis für den Einsatz von Versanddienstleistern

Eine gesetzliche Erlaubnis scheidet im Regelfall aus. In Frage kämen nur Fälle, in denen Ihr Interesse am Versand des Newsletters höher ist, als die (daten)schutzwürdigen Interessen der Empfänger (s. z.B. § 28 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 BDSG).

Das bedeutet praktisch, dass Sie eine Einwilligung benötigen, wenn Sie Dienstleister für den Versand Ihres Newsletters einsetzen möchten. Bevor ich mich jedoch genauer deren Voraussetzungen widme, möchte ich noch auf die statistische Auswertung des Leseverhaltens eingehen.

Tracking und statistische Auswertung des Leseverhaltens

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Beispiel einer sog. Click-Map, mit der sich die Beliebtheit von Links in der E-Mail anzeigen lässt.

Es ist mittlerweile üblich zu prüfen, wie häufig ein Newsletter geöffnet wird oder welche Links wie oft geklickt werden. Diese Funktion dient nicht nur dem Versender, sondern häufig auch den Lesern. Denn so können die Inhalte eines Newsletters dem Leseverhalten der Nutzer angepasst werden.

Im Regelfall interessiert sich der Versender nicht für das Leseverhalten einzelner Leser. Vielmehr werden Leser z.B. in bestimmte Gruppen aufgeteilt (man nennt dies „Segmentieren„), die dann unterschiedliche Newsletterinhalte erhalten. Dennoch ist auch diese Segmentierung datenschutzrechtlich relevant, da das Leseverhalten einem einzelnen Nutzer zugeordnet werden kann.

Nun könnte man sich streiten, ob diese Statistik aufgrund der o.g. Interessen der Nutzer, gesetzlich erlaubt sei. Dies mag bei manchen Gestaltungen zutreffen, jedoch empfehle ich sich nicht auf die Möglichkeit der Rechtsauslegung zu verlassen, sondern die Statistik ebenfalls in die Einwilligung aufzunehmen.

Die Voraussetzungen einer Einwilligung

Beispiel des Einwilligungs-Textes für meinen Newsletter. Er enthält die wesentlichen Punkte und einen Hinweis, wo die Details zu finden sind.

Um wirksam zu sein muss eine Einwilligung vor allem die folgenden Kriterien erfüllen:

  1. Ausdrücklich – Eine Einwilligung setzt eine aktive Handlung voraus. Das ist bei einem Newsletter im Regelfall das Klicken der mit „Absenden“, „Abonnieren“ o.ä. beschrifteten Schaltfläche. Wird die Einwilligung mit anderen Erklärungen eingeholt (z.B. beim Abschluss eines Einkaufs in einem Onlineshop), dann muss ein Kontrollkästchen angehakt werden. Dagegen wäre es nicht ausreichend, die Einwilligung in den AGB „zu verstecken“.
  2. Informiert – Die Newsletterempfänger müssen wissen, in was sie einwilligen. D.h. bei Newslettern, dass deren möglicher Inhalt umschrieben werden muss. Pauschale Aussagen, wie z.B. „Newsletter mit Werbeinformationen“, sind nicht ausreichend. Im Hinblick auf den Dienstleister heißt es, dass dieser benannt werden sollte, ebenso wie auf die statistische Erhebung hingewiesen werden muss.
  3. Freiwilligkeit & Widerruf – Freiwillig bedeutet an dieser Stelle insbesondere, dass die Empfänger das Newsletterabonnement jederzeit kündigen können und das auch wissen, d.h. belehrt werden (rechtlich spricht man von einem „Widerruf“, im Fachjargon von einem „Opt-Out„).
  4. Protokollierung/ Double-Opt-In – Damit die Nutzer ihre Einwilligung nachhalten können und Sie die Einwilligung nachweisen können, senden Sie ihnen eine Double-Opt-In-E-Mail, in der Sie den Einwilligungstext von Ihrer Anmeldeseite wiederholen.

Nachdem die Voraussetzungen der Einwilligung bekannt sind, geht es um deren Umsetzung

Verbundene Einwilligungen und Widersprüche: Es wird mitunter vertreten, dass jede Einwilligung separat eingeholt werden muss. D.h. es müsste jeweils eine Checkbox für die Einwilligung in die statistische Erfassung und den Versanddienstleister vorhanden sein. Ferner wird ein gesonderter Widerspruch für die statistische Erfassung verlangt. Diese Anforderungen halte ich für vertretbar, aber überzogen. Es handelt sich zum einen um sachlich zusammenhängende Modalitäten einer Einwilligung und nicht etwa die Verbindung unterschiedlicher Erklärungen, wie z.B. des Einverständnisses in AGB und Einwilligung in einen Newsletter (in diesem Fall müssen beide getrennt erfolgen). Ebenso sehe ich kein sog. Kopplungsverbot, d.h. nach meiner Ansicht ist grundsätzlich kein Newsletter so einzigartig, dass Nutzer sich einem unverhältnismäßigen Druck ausgesetzt fühlen, ihn nebst den Modalitäten beziehen zu müssen (dies sehe ich auch so im Hinblick auf den kommenden Art. 7 Abs. 4 DSGVO). 

Besonderheiten bei US-Anbietern wie MailChimp

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Der Anbieter von MailChimp weist auf die Befolgung der Datenschutzvorgaben der EU und der Schweiz hin und wird laut eigenen Angaben auch entsprechend dem US-EU-„Privacy-Shield“ zertifiziert (Privacy Policy, Ziff. 16).

Die USA gelten als ein datenschutzrechtlich unsicherer Drittstaat. Daher werden an den Einsatz von US-Anbietern besonders hohe Anforderungen gestellt. So wird grundsätzlich auch für diesen Fall eine Einwilligung der Nutzer verlangt (§§ 4b, 4c BDSG).

Statt einer Einwilligung sollen Datenschutzabkommen und standardisierte Verfahren die Datenübermittlung in die USA rechtfertigen. Diese müssen in zwei Stufen erfüllt werden:

  1. Stufe 1: „Privacy Shield“: Ein US-EU Datenschutzabkommen ist das seit Juli 2016 geltende „Privacy Shield“, welches das aufgehobene „Safe Harbor“-Abkommen ersetzt. Unternehmen, die sich den Vorgaben des Abkommens unterwerfen, sollen den EU-Datenschutzstandards genügen.
  2. Stufe 2: „Vertrag über die Datenverarbeitung im Auftrag“: Neben der muss der Dienstleister sich Ihnen gegenüber individuell erklären, die Daten Ihrer Nutzer zu schützen und für keine anderen, als die Auftragszwecke zu nutzen. MailChimp bietet einen solches „Data Processing Agreement“ an und Sie sollten dieses unterzeichnen (der Vertrag beruht auf sog. EU-Standardvertragsklauseln).

Das Problem dieser beiden Stufen ist, dass deren rechtliche Zulässigkeit angezweifelt wird. D.h. es könnte sein, dass das „Privacy Shield“ ebenso wie sein Vorgänger aufgehoben und die Verträge mit US-Dienstleistern für ungültig erklärt werden. Auf der anderen Seite wird auch die Wirksamkeit der Einwilligung von Nutzern angezweifelt, da sie die Bandbreite der Risiken für deren Daten nicht erkennen können.

Das sind leider Unwägbarkeiten, mit denen wir derzeit leben müssen. Daher lautet meine Empfehlung, alle rechtlichen Zulässigkeitsmöglichkeiten zu nutzen und neben dem Vertragsabschluss mit MailChimp, die Nutzer auch um eine Einwilligung zu bitten.

Muster für die Einwilligung und Datenschutzerklärung

All die Vorüberlegungen fasse ich in dem folgenden Einwilligungstext und dem Muster für Ihre Datenschutzerklärung zusammen. Die Muster sind sinngemäß zu verstehen, d.h. Sie können sie sprachlich gerne an ihre Bedürfnisse anpassen.

Als Beispiele für die Inhalte des Newsletters habe ich meine Newsletterinformationen aufgenommen, diese müssen Sie natürlich anpassen. Ich habe diese und weitere Punkte, die Sie anpassen müssen, farblich gekennzeichnet.

Hinweise zur Nutzungsberechtigung: Sie dürfen die Muster gerne für Ihre Seite übernehmen. Über eine Verlinkung als Dankeschön würden ich mich gerne freuen: Hinweis zu Google Analytics nach Muster von Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke 

Hinweis zur Haftung: Die Muster sind mit bestem Wissen erstellt, es kann jedoch keine Haftung für sie übernommen werden, da diese einer Prüfung im Einzelfall bedarf. Wenn es Updates gibt, werde ich möglichst darauf hinweisen. Abonnieren Sie mein Blog oder werden Fan meiner Facebook-Seite, um die Updates nicht zu verpassen.

Der Hinweis im Newsletterformular:

Unser Newsletter informiert Sie über Rechtsthemen, insbesondere aus dem Bereich des Marketingrechts, Datenschutzes sowie über unsere Kanzlei. Informationen zu den Inhalten, der Protokollierung Ihrer Anmeldung, dem Versand über den US-Anbieter MailChimp, der statistischen Auswertung sowie Ihren Abbestellmöglichkeiten, erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung: http://rechtsanwalt-schwenke.de/#newsletter.

Die verlinkten Detailhinweise in der Datenschutzerklärung:

Hinweise zum Newsletter und Einwilligungen

Mit den nachfolgenden Hinweisen klären wir Sie über die Inhalte unseres Newsletters sowie das Anmelde-, Versand- und das statistische Auswertungsverfahren sowie Ihre Widerspruchsrechte auf. Indem Sie unseren Newsletter abonnieren, erklären Sie sich mit dem Empfang und den beschriebenen Verfahren einverstanden.

Inhalt des Newsletters

Wir versenden Newsletter, E-Mails und weitere elektronische Benachrichtigungen mit werblichen Informationen (nachfolgend „Newsletter“) nur mit der Einwilligung der Empfänger oder einer gesetzlichen Erlaubnis. Sofern im Rahmen einer Anmeldung zum Newsletter dessen Inhalte konkret umschrieben werden, sind sie für die Einwilligung der Nutzer maßgeblich. Im Übrigen enthalten unsere Newsletter Informationen über Rechtsthemen, insbesondere aus dem Bereich des Marketingrechts, Datenschutzes sowie über unserere Kanzlei (hierzu können insbesondere Hinweise auf Blogbeiträge, Vorträge oder Workshops, unsere Leistungen oder Onlineauftritte gehören).

Double-Opt-In und Protokollierung

Die Anmeldung zu unserem Newsletter erfolgt in einem sog. Double-Opt-In-Verfahren. D.h. Sie erhalten nach der Anmeldung eine E-Mail, in der Sie um die Bestätigung Ihrer Anmeldung gebeten werden. Diese Bestätigung ist notwendig, damit sich niemand mit fremden E-Mailadressen anmelden kann.

Die Anmeldungen zum Newsletter werden protokolliert, um den Anmeldeprozess entsprechend den rechtlichen Anforderungen nachweisen zu können. Hierzu gehört die Speicherung des Anmelde- und des Bestätigungszeitpunkts, als auch der IP-Adresse. Ebenso werden die Änderungen Ihrer bei MailChimp gespeicherten Daten protokolliert.

Einsatz des Versanddienstleisters „MailChimp“

Der Versand der Newsletter erfolgt mittels „MailChimp“, einer Newsletterversandplattform des US-Anbieters Rocket Science Group, LLC, 675 Ponce De Leon Ave NE #5000, Atlanta, GA 30308, USA.

Die E-Mail-Adressen unserer Newsletterempfänger, als auch deren weitere, im Rahmen dieser Hinweise beschriebenen Daten, werden auf den Servern von MailChimp in den USA gespeichert. MailChimp verwendet diese Informationen zum Versand und zur Auswertung der Newsletter in unserem Auftrag. Des Weiteren kann MailChimp nach eigenen Informationen diese Daten zur Optimierung oder Verbesserung der eigenen Services nutzen, z.B. zur technischen Optimierung des Versandes und der Darstellung der Newsletter oder für wirtschaftliche Zwecke, um zu bestimmen aus welchen Ländern die Empfänger kommen. MailChimp nutzt die Daten unserer Newsletterempfänger jedoch nicht, um diese selbst anzuschreiben oder an Dritte weiterzugeben.

Wir vertrauen auf die Zuverlässigkeit und die IT- sowie Datensicherheit von MailChimp. MailChimp ist unter dem US-EU-Datenschutzabkommen „Privacy Shield“ zertifiziert und verpflichtet sich damit die EU-Datenschutzvorgaben einzuhalten. Des Weiteren haben wir mit MailChimp ein „Data-Processing-Agreement“ abgeschlossen. Dabei handelt es sich um einen Vertrag, in dem sich MailChimp dazu verpflichtet, die Daten unserer Nutzer zu schützen, entsprechend dessen Datenschutzbestimmungen in unserem Auftrag zu verarbeiten und insbesondere nicht an Dritte weiter zu geben. Die Datenschutzbestimmungen von MailChimp können Sie hier einsehen.

Anmeldedaten

Um sich für den Newsletter anzumelden, reicht es aus, wenn Sie Ihre E-Mailadresse angeben.

Optional bitten wir Sie Ihren Vor- und Nachnamen anzugeben. Diese Angaben dienen lediglich der Personalisierung des Newsletters. Ferner bitten wir Sie ebenfalls optional Ihr Geburtsdatum, das Geschlecht und Ihre Branche anzugeben. Diese Informationen nutzen wir nur, um die Inhalte des Newsletters den Interessen unserer Leser anzupassen.

Statistische Erhebung und Analysen

Die Newsletter enthalten einen sog. „web-beacon“, d.h. eine pixelgroße Datei, die beim Öffnen des Newsletters von dem Server von MailChimp abgerufen wird. Im Rahmen dieses Abrufs werden zunächst technische Informationen, wie Informationen zum Browser und Ihrem System, als auch Ihre IP-Adresse und Zeitpunkt des Abrufs erhoben. Diese Informationen werden zur technischen Verbesserung der Services anhand der technischen Daten oder der Zielgruppen und ihres Leseverhaltens anhand derer Abruforte (die mit Hilfe der IP-Adresse bestimmbar sind) oder der Zugriffszeiten genutzt.

Zu den statistischen Erhebungen gehört ebenfalls die Feststellung, ob die Newsletter geöffnet werden, wann sie geöffnet werden und welche Links geklickt werden. Diese Informationen können aus technischen Gründen zwar den einzelnen Newsletterempfängern zugeordnet werden. Es ist jedoch weder unser Bestreben, noch das von MailChimp, einzelne Nutzer zu beobachten. Die Auswertungen dienen uns viel mehr dazu, die Lesegewohnheiten unserer Nutzer zu erkennen und unsere Inhalte auf sie anzupassen oder unterschiedliche Inhalte entsprechend den Interessen unserer Nutzer zu versenden.

Online-Aufruf und Datenmanagement

Es gibt Fälle, in denen wir die Newsletterempfänger auf die Webseiten von MailChimp leiten. Z.B. enthalten unsere Newsletter einen Link, mit dem die Newsletterempfänger die Newsletter online abrufen können (z.B. bei Darstellungsproblemen im E-Mailprogramm). Ferner können Newsletterempfänger ihre Daten, wie z.B. die E-Mailadresse nachträglich korrigieren. Ebenso ist die Datenschutzerklärung von MailChimp nur auf deren Seite abrufbar.

In diesem Zusammenhang wiesen wir darauf hin, dass auf den Webseiten von MailChimp Cookies eingesetzt und damit personenbezogene Daten durch MailChimp, deren Partnern und eingesetzten Dienstleistern (z.B. Google Analytics) verarbeitet werden. Auf diese Datenerhebung haben wir keinen Einfluss. Weitere Informationen können Sie der Datenschutzerklärung von MailChimp entnehmen. Wir weisen Sie zusätzlich auf die Widerspruchsmöglichkeiten in die Datenerhebung zu Werbezwecken auf den Webseiten http://www.aboutads.info/choices/ und http://www.youronlinechoices.com/ (für den Europäischen Raum) hin.

Kündigung/Widerruf

Sie können den Empfang unseres Newsletters jederzeit kündigen, d.h. Ihre Einwilligungen widerrufen. Damit erlöschen gleichzeitig Ihre Einwilligungen in dessen Versand via MailChimp und die statistischen Analysen. Ein getrennter Widerruf des Versandes via MailChimp oder der statistischen Auswertung ist leider nicht möglich.

Einen Link zur Kündigung des Newsletters finden Sie am Ende eines jeden Newsletters.

 

Weiteres Beispiel: Mein Beispiel der Datenschutzhinweise soll möglichst breit anwendbar sein und ist daher eher formell formuliert. Falls Sie Ihre Nutzer individueller informieren möchten, empfehle ich Ihnen einen Blick auf die wunderbare und sehr persönlich formulierten Hinweise des Kollegen Stephan Hansen-Oest.

Checkliste zum Einsatz von MailChimp

Auch wenn die vorstehenden Erklärungen und Hinweise recht umfangreich sind, die eigentliche Checkliste vor dem Einsatz von MailChimp, fällt recht kurz und schnell umsetzbar aus:

  1. Abschluss des „Data-Processing-Agreements“ mit MailChimp.
  2. Ergänzung der Datenschutzerklärung um den o.g. Newsletterpassus.
  3. Ergänzung der Einwilligungsformulare und Bestätigungsmails um Hinweise auf Newsletter-Inhalte, MailChimp, Statistiken, Widerruf sowie die Datenschutzerklärung.

Fazit, Rechtsfolgen und Praxishinweise

Ich weiß, all die rechtlichen Hintergründe können einschüchternd sein, vor allem, wenn Sie sich vorher nicht vertieft mit dem Datenschutzrecht beim Newsletterversand beschäftigt haben. Sie müssen sich deswegen jedoch nicht schlecht fühlen, das ist kein Allgemeinwissen und sie stehen damit nicht alleine da.

Zudem bemühe ich mich natürlich alles möglichst optimal zu erklären und zu gestalten. Das Datenschutzrecht ist jedoch kein Recht, in dem klare Grenzen herrschen, so dass nicht jede Abweichung gleich einen Rechtsverstoß bedeuten muss.

Im Hinblick auf die erhöhten Informationspflichten und Folgen bei Verstößen der kommenden EU-Datenschutzgrundverordnung sowie die Sensibilisierung der Nutzer, empfehle ich Ihnen meine Vorschläge umzusetzen. Falls Ihnen noch einzelne Punkte unklar sein sollten oder Ihr Newsletter Anpassungen bedarf, stehe ich Ihnen gerne mit Rechtsberatung zur Verfügung.

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Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen informativen Artikel. Wie sieht es bei „Google Feedburner“ aus, sicherlich ähnlich, oder?

  2. Da habe ich gerade meinen allerersten Newsletter verschickt und stoße direkt im Anschluss auf ihren Beitrag ;).

    Den Artikel muss ich mir in Ruhe noch einmal durchlesen, um die Vorschläge umzusetzen. Vielen Dank in jedem Fall für die ausführliche Info!

    Beste Grüße,
    I. Falconer

  3. Hallo Thomas,

    Wenn ich mir das alles zusammen ansehe, insbesondere den Text, der im Formular über die Nutzung informiert, dann frage ich mich ehrlich gesagt, warum unsere Richter nicht gleich die Nutzung von Newslettern zu Werbezwecken komplett verbieten.

    Mal ganz ehrlich: Welcher Mensch mag sich da noch eintragen?

    Da hole ich mühsam per Social Media Marketing oder Suchmaschinenoptimierung potenzielle Abonnenten auf meine Site um dann gleich wieder zu sagen: Geh weg! Das ist alles super gefährlich für Deine Daten hier!

    Ist das wirklich noch verhältnismäßig, was die sich da überlegen? Es geht ja nur um eine E-Mail-Adresse, meist noch von einem Anbieter wie Google, GMX oder Web.de und vielleicht noch den Vornamen. Niemand fragt doch für den Newsletter die Postadresse, Geburtsdaten oder andere schützenswerte Informationen ab.

    Was ich mir wirklich wünschen würde, wäre von der Spamflut aus Übersee für blaue Pillen, gewisse Verlängerungen oder andere obskure Angebote verschont zu bleiben, wo ich gleich auf mit Trojanern verseuchte Seiten geführt werde, wenn ich den Mist loswerden will. Hier macht man es wieder mal – insbesondere kleinen Unternehmern – super schwer und aufwändig, ihren Unternehmenserfolg in die eigene Hand zu nehmen.

    Kopfschüttelnde Grüße
    Birgit

  4. Gerade letzte Woche habe ich einen ähnlichen Artikel zu genau diesem Thema auf meinem Blog wpconsultant.de veröffentlicht.

    Dieser Artikel hier ist aber ausführlicher, weswegen ich auch gerne von meinem Blog aus auf diesen Beitrag verlinkt habe.

    Ich bin der gleichen Meinung wie Birgit und frage mich wie hoch die Chancen stehen, dass sich Interessenten wirklich in meine Liste eintragen.

    Vielen Dank für den Beitrag und schöne Grüße,
    Daniel

  5. Hallo Herr Dr. Schwenke,
    vielen Dank für diesen informativen Artikel.
    Ich arbeite allerdings mit GetResponse zusammen und frage hiermit, inwieweit ich die Datenschutzerklärung anpassen kann bzw. wie?
    Mir ist schon klar, dass Sie nicht für jeden Emailverteiler so eine Datenschutzerklärung veröffentlichen können, aber vielleicht wissen Sie mir einen Rat?
    Besten Dank und schöne Grüße nach Berlin

  6. Klasse Artikel! Vielen Dank auch für das Muster.

    Würde es nicht reichen, die Infos nur in der Double-Opt-In Mail aufzunehmen statt schon im Formular? Vor der Bestätigung ist der User ja nicht in der „Liste“.

    Viele Grüße, Ina

  7. Sebastian Kluth

    Hallo Herr Schwenke,
    endlich mal ein pragmatischer Beitrag zum Thema Datenschutz und Recht im Email Marketing. Ich werde immer wieder nach Empfehlungen gefragt, da ich aber kein Jurist bin ist meine Aussage im Zweifel nicht rechtssicher gewesen, sondern eher auf Best Practices aufgebaut. Zukünftig werde ich in solchen Fragestellungen gerne auf Ihren Artikel verweisen.
    Beste Grüße
    Sebastian Kluth

  8. Christine

    Hallo,

    wie ist der Prozess denn bei Transaction Mailings, z.B. Account Einladungen, Passwort vergessen, usw…

    Danke und beste Grüße, Christine

    • Thomas Schwenke

      Werden auch hier Mail-Dienstleister verwendet sollten entsprechende Hinweise schon bei der Registrierung erfolgen (ich kenne es z.B. so beim Einsatz von Mandril, also dem Pendant zu MailChimp für Transaktionsmails).

  9. Susanne Schwerdtfeger

    Hallo Herr Schwenke,

    wie ist das bei Pop ups, in denen man sich mit der EmailAdresse zur Teilnahme an einem Event anmeldet? An diese Emailadresse werden später mal auch Newsletter versendet. Muss hier das extra Kontrollkästchen eingefügt werden? Stichwort Ausdrücklich.?

  10. Vielen Dank für diesen informativen Artikel und danke für das Muster.

Trackbacks für diesen Beitrag

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