Rechtswidrig: WordPress.com-Stats Plugin als Trojaner für Werbetracker

Hinweis: Bitte Update am Ende beachten, in dem erklärt wird, wie WordPress.com-Stats rechtskonform genutzt werden kann.

Das Plugin WordPress.com-Stats steht mit über 2 Millionen Downloads an 5ter Stelle der populärsten Plugins für das beliebte Blogging- und CMS-System WordPress.

Auch wir setzen es hier im Blog ein. Allerdings nur modifiziert mit einem zusätzlichen …

Hinweis: Bitte Update am Ende beachten, in dem erklärt wird, wie WordPress.com-Stats rechtskonform genutzt werden kann.

Das Plugin WordPress.com-Stats steht mit über 2 Millionen Downloads an 5ter Stelle der populärsten Plugins für das beliebte Blogging- und CMS-System WordPress.

Auch wir setzen es hier im Blog ein. Allerdings nur modifiziert mit einem zusätzlichen Plugin. Warum? Weil WordPress.com-Stats neuerdings mehr Funktionen mitbringt als man denkt und damit gegen das Datenschutzrecht verstößt.

Lesen Sie weiter warum das Plugin rechtswidrig ist, wer dafür haftet und wie man es trotzdem weiter nutzen darf.

Kurzer Blick auf die Gesetzeslage

Die deutschen Datenschutzgesetze erlauben das Erheben und Verarbeiten personenbezogener statistischer Daten nur, wenn deren Inhaber darin eingewilligt haben oder dies pseudonym oder anonym erfolgt und der Besucher dem nicht widersprochen hat. Über die statistische Verarbeitung und das Widerspruchsrecht sind die Nutzer zu belehren (Datenschutzerklärung). Zu diesen personenbezogenen Daten  gehört lt. Datenschützern und Gerichten auch die IP-Adresse.

Die personenbezogenen Daten dürfen nur dann in die USA verbracht werden, wenn sie dort nach europäischen Datenschutzstandards verarbeitet und gesichert werden. Das wird vermutet, wenn die Unternehmen sich den Prinzipien des Safe Harbor-Abkommens unterworfen haben (z.B. Google oder Facebook).

Warum verstößt das Plugin gegen das Datenschutzrecht?

Bisher war das Plugin WordPress.com-Stats datenschutzkonform, da es keine personenbezogenen Informationen wie die IP-Adresse erhob. Es setzte auch keinen Cookie, mit dem das Nutzerverhalten über einen längeren Zeitraum beobachtet werden konnte:

Can I track other details?
WordPress.com stats do not track unique visitors, countries, IP addresses, or other details.

Beim Besuch unserer Seite mit dem Firefox-Addon Ghostery ist mir jedoch aufgefallen, dass neben den Trackingtools „Google Analytics“ und „WordPress Stats“ nunmehr auch „Quantcast“ und „Comscore“ auftaucht. Es stellte sich heraus, dass WordPress.com-Stats als Container Tracking-codes dieser beiden Unternehmen in das Blog einbindet.

Die Nachforschungen ergaben, dass Quantcast ein US-amerikanisches Unternehmen ist, das mit Informationen für zielgerichtete Werbung handelt:

Quantcast is a new breed of audience service, focused on helping buyers and sellers quantify the real-time characteristics of digital media consumers against which they can activate addressable advertising solutions. Quantcast provides publishers, marketers and agencies unmatched capabilities to measure, organize, discover and transact based on directly-measured traffic and inferred audience data.

Für diesen Zweck werden auch die IP-Adressen der Besucher erfasst und mit Hilfe von Cookies deren längerfristiges Verhalten. Ebenfalls ist Quantcast kein Mitglied des Safe-Harbor-Abkommens, sichert also keine Datenverarbeitung nach europäischen Standards zu. Auch Comscore, Motto: „Tag and Be Counted“, bietet werberelevante Statistikdaten. Ich habe noch nicht herausgefunden, welche Daten sie erheben, gehe aber davon aus, dass sie insoweit Quantcast ähneln.

Damit wurde den Pluginnutzern ein Kuckucksei ins Nest gelegt, das

  • personenbezogene Besucherdaten widerrechtlich erhebt,
  • diese Daten widerrechtlich in den USA verarbeitet werden und
  • die Besucher der Blogs widerrechtlich nicht darüber aufgeklärt werden.

Ein dünnes Statement von offizieller Seite

Ich habe weiter recherchiert und im WordPress-Forum eine Diskussion von empörten Nutzern gefunden, die sich über die Datenschutzgesichtspunkte sowie Performanceprobleme beschwert haben. Darin sagte Matt Mullenweg (Kopf von Automattic, den Entwicklern hinter WordPress) lediglich:

We're going to use this to provide some cool features around uniques and people counting.

Der Diskussionsthread wurde mittlerweile geschlossen.

Nutzer haften für Ihre Plugins

Das fiese für die Nutzer des Plugins ist deren persönliche Haftung. Weil sie das Plugin bewusst einsetzen, stehen sie für dessen Rechtsverstöße ein.

Wer meine Beiträge „Haftung für Google Analytics vermeiden – Anleitung für Webmaster“ und „Das rechtliche Risiko bei Facebooks Like-Button inkl. Muster für die Datenschutzerklärung“ gelesen hat, weiß dass ich nicht gerne Panik betreibe. Ich sehe den Datenschutz pragmatisch, Werbung als notwendiges Markmittel und die Datenschutzgesetze als den Anforderungen des web 2.0 nicht gewachsen an. Vor allem weiß ich selbst wie schwer es ist den vielen datenschutzrechtlichen Anforderungen, die alles andere als intuitiv sind, nachzukommen.

Und gerade deswegen sehe ich es als Pflicht der Anbieter, den Nutzern zu helfen den rechtlichen Anforderungen nachzukommen. Doch hier bewirkt Automattic geradezu das Gegenteil. In diesem Fall halte ich Google-Analytics (sofern nach der obigen Anleitung eingesetzt) im Vergleich als harmlos. GA bietet IP-Anonymisierung, Vorgabe für Nutzerinformationen und Mitgliedschaft im Safe-Harbor-Abkommen. Dagegen stehen eine verdeckt operierende Datenerhebung eines Unternehmens, das Daten offen für Werbezwecke verkauft und die Einhaltung unserer Datenschutzstandards nicht zusichert.

Die Folgen für die Nutzer des Plugins können Bußgelder, Abmahnungen oder Klagen von Konkurrenten oder Besuchern sein. Bußgelder werden eher selten verhängt und Abmahnungen wegen Datenschutzverletzungen sind noch nicht häufig. Doch jeder Besucher könnte den Pluginnutzer mit m.E. hoher Erfolgsaussicht abmahnen oder verklagen.

Wieder rechtssicher dank DoNotTrack-Plugin

In „futtta’s blog“, fand ich doch noch eine Lösung. Der Verfasser hat ein kleines Plugin namens „DoNotTrack“ geschrieben (ganz unten bei „Update 20. january“), das die zusätzlichen Tracker unterdrückt. Wir testen es seit ein paar Tagen und es scheint seinen Zweck gut zu erfüllen.

Das Problem dabei ist, dass man nun bei jedem Update von WordPress.com-Stats prüfen muss, ob Quantcast & Co weiterhin unterdrückt werden. Weiter könnten sie zu nicht mehr trennbaren Bestandteilen des Plugins werden. Hier heißt es die weitere Entwicklung zu beobachten.

Fazit

Das WordPress.com-Stats-Plugin wird als harmlos angepriesen, transportiert aber verdeckt eine Drittsoftware, die Besucherdaten rechtswidrig für Werbezwecke erhebt. Für diesen Datenschutzverstoß haften die Pluginnutzer.

Es bleibt jedem überlassen, ob er bei dieser trojanischen Taktik mitmachen möchte und die rechtlichen Folgen riskieren will. Auf jeden Fall sollten professionelle Blogger und WordPressnutzer von dem Plugin entweder absehen oder es nur mit dem DoNotTrack-Plugin nutzen. Oder doch lieber zu Google-Analytics greifen beziehungsweise das von vielen empfohlene Open Source Tool Piwik nutzen.

Update

05.04.2011 Das WordPress.com-Stats kann auch ohne DoNotTrack wieder genutzt werden, jedoch nur mit einer Datenschutzerklärung, die wir als Muster zur Verfügung stellen. Wer sein Blog auf Worpress.com gehostet hat, kann DoNotTrack eh nicht verwenden und muss eine Datenschutzerklärung einbinden: WordPress.com-Stats (Plugin/Jetpack/Blogs) datenschutzkonform nutzen (mit Muster der Datenschutzerklärung).

Abonnieren Sie unser Blog und wir werden Sie informieren, falls es neue Entwicklungen zu dem Plugin gibt. Falls Sie weitere Fragen zum Thema Datenschutz haben oder Hilfe bei datenschutzkonformer Gestaltung Ihres Angebotes benötigen, stehen wir gerne zu Ihrer Verfügung.

Kommentare

  1. Danke für den Hinweis, da war ich nicht mal auf die Idee gekommen, dass das illegal sein könnte. Ich hab’s bei mir deaktiviert…

  2. Christoph

    Gut zu wissen. Wieder etwas für die Streich-Liste.

  3. Grundrechteforum

    Vielen Dank für den Beitrag. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob dies nicht an einem anderen Plugin in Ihrem Blog liegt. In den von mir betriebenen Blogs lässt sich mittels Ghostery (Comscore enthalten) kein solcher Tracker entdecken – ausschließlich der WordPresstracker ist aufgeführt. http://grundrechteforum.de/ghostery.png

  4. Danke für Deinen Hinweis auf das böse Plugin, lieber Thomas. :-)
    Noch eine Anmerkung von mir, weil hier eine Verwechslungsgefahr wegen Namensähnlichkeit besteht, die mir gerade aufgefallen ist. Du schreibst über das Plugin, das hier zu finden ist: http://wordpress.org/extend/plugins/wp-stats/.
    Es gibt ein ähnlich benanntes und aufgemachtes Plugin, das man hier findet: http://wordpress.org/extend/plugins/stats/.
    Wärst Du so lieb, das zweite auch noch mal durch dieses Firefox-Addon zu jagen und dann den Text entsprechend zu ergänzen, dass die WordPress-User informiert sind?

  5. Grundrechteforum

    Ha! Mit einem ungesicherten Browser geht es. Danke, wird umgehend deinstalliert.

  6. Es gibt ein tolles Werkzeug um den Profilierern auf die Spur zu kommen: Das Privacy Dashboard: http://www.primelife.eu/result.....-dashboard Das Dashboard merkt sich welche Info wo gelassen wurde und kann auch gegen tracking schützen.

  7. Ich habe ein Verständnisproblem: Geht es nun um WordPress.com oder um WordPress.org? Der Unterschied: WP.com (nicht selbst gehostete Blogs) lassen kein JavaScript (=Plugins) zu, sie ‚können‘ nur HTML. Da es hier um ein JavaScript-Plugin geht, nehme ich an, das Problem ist bis dato nur für WP.org bekannt. Anderenfalls müsste jemand ein HTML-Workaround schreiben …

    • Thomas Schwenke

      Es geht um das Statistik-Plugin, das da „WordPress.com Stats“ heißt http://wordpress.org/extend/plugins/stats/. Dieses wird in die selbstgehosteten Blogs, die mit WordPress laufen, eingebunden.

      • Die Irreführung ergibt sich also aus dem Namen des Plugins, das für WP.org gedacht ist. Falls man keine CSS-Erweiterung für WP.com gekauft hat, lassen sich dort definitiv keine Plugins einbinden.

        Vielen Dank für die Information :)

      • Kurze Info (http://de.forums.wordpress.com.....post-11311):

        zodiac1978
        Moderator
        2. Februar 2011 – 19:00

        Habe den Artikel auch schon gelesen und befürchte, dass dies auch auf die WordPress.com-Stats zutrifft. Allerdings können wir daran nichts ändern, da wir keine Möglichkeiten haben das Plugin zu installieren, um die Weiterleitung der Daten zu unterbinden.

        Ich bin an dem Thema dran. Wenn ich mehr weiß, dann melde ich mich noch mal.

        Gruß, Torsten

      • Thomas Schwenke

        Ja, ich habe eben bei wordpress.com vorbei geschaut und Ghostery zeigt auch auf WordPress.com „Quantcast“ an. Eigentlich auch kein Wunder, da das Plugin die WordPress.com-Statistiksystem einbindet (daher auch der Pluginname).

  8. Frank

    Ich glaube ich hatte ja in einem früheren Kommentar darauf hingewiesen, dass viele Plugins vielleicht gar nicht mehr dem (Deutschen!) Datenschutz entsprechen, weil sie „nachhause telefonieren“.
    Es passt wirklich wie die Faust auf das Auge, dass nun dieser Beitrag folgt.
    Was sagt uns das?

    1. Das Deutsche (!) Datenschutzgesetz passt nicht zur Realität.
    2. Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir Webseiten mit Plugins zusammen klicken können, die wir selbst nicht kennen.

    Mein Fazit: Beide Seiten müssen sich annähern.
    ich will keine Plugins, die nicht nur das tun, was sie vorgeben,
    und ich will keinen Deutschen (!) Datenschutz, der einer Realitätsverweigerung und einem Berufsverbot gleichkommt.

    • Thomas Schwenke

      Ja, danke sehr für diesen Hinweis!
      Ich denke es wäre nicht schlecht irgendwas Vereinfachendes für die Kennzeichnung des Datenschutzlevels, ähnlich dem CC-System einzuführen. Oder zumindest Privacy-Angaben bei Plugins hinzu zu fügen.

  9. Heiko C.

    Ab welcher Versionsnummer ist das denn so? Bei mir zeigt Ghostery nichts an?!?

  10. Vielen Dank für den Artikel! Sehr spannend und lehrreich.

    Allerdings habe ich nun eine Frage: Wie verhält es sich rechtlich, wenn ich einen Blog bei dem Bloghoster WordPress.com habe und somit an den technischen Gegebenheiten (Google Analaytics womöglich ohne anonymize_IP, Quantcast-Tracking, etc.) nichts ändern kann, da ich keine Plugins installieren darf/kann und auch sonst keine technischen Änderungen vornehmen kann.

    Ich kann die Information darüber natürlich in ein Impressum schreiben, aber dann ist das Kind ja schon in den Brunnen gefallen und der Benutzer wurde schon getrackt.

    Als Moderator im WordPress.com-Supportforum (als freiwilliger Helfer) würde ich gerne wissen, was ich den anfragenden Nutzern sagen kann …

    Vielen Dank im Voraus!

    • Thomas Schwenke

      Hallo Torsten,
      Wir haben hier tatsächlich das Problem, dass die deutschen WordPress.com-Mitglieder auch dann nach deutschem Recht verantwortlich sind, wenn der Server/Plattform-Anbieter in den USA sitzt.

      Und das Gesetz sieht keine Ausnahme dafür vor, dass der Anbieter keine rechtssicheren Alternativen anbietet. Die gesetzliche Konsequenz ist dann vielmehr: Dann darf der Dienst eben nicht genutzt werden.

      Vom Risiko her würde ich bei rein privaten Blogs nicht so große Sorgen machen. Es passiert selten, dass jmd private Blogs wegen falscher IP-Erfassung abmahnt. Allerdings würde ich das Risiko bei geschäftlichen Blogs höher sehen (geschäftlich = schon wenn Geld für Bannerwerbung rein kommt oder es sich um ein Corporate Blog handelt).

      Ich würde vorschlagen, dass die wordpress.com-User einen Hinweis an den Anbieter schicken, dass sie widerrechtlich handeln und ihn bieten, zumindest eine Option für die Entschärfung der Statistik einzubauen oder den Code für deutsche Nutzer ändern. Wie man an dem Plugin DoNotTrack sieht, sind es wenige Zeilen code.

      Ich kann den Service selbst nicht einschätzen. Aber. was denkst Du, würde das eine Wirkung zeigen?

      • Vielen Dank die Antwort!

        Geschäftliche Blogs sind auf WordPress.com nicht erlaubt, genau so wenig wie (Banner-)Werbung. Insofern scheint hier wohl der Grundsatz zuzutreffen „Wo kein Kläger, da kein Richter.“ Aber schöner wäre natürlich eine Lösung bei der man den Tracking-Code auf dem Blog unterbinden kann und nicht erst im Browser.

        Ob die das umsetzen kann ich übrigens auch nicht einschätzen. Ich befürchte, dass WordPress.com bei den vielen Lokalisierungen keine Rücksicht auf nationale Rechtsprechungen nimmt. Aber mal schauen, vielleicht sind sie ja flexibler als ich denke.

        Auf jeden Fall noch einmal vielen Dank für schnelle Info.

        Gruß, Torsten

    • Thomas Schwenke

      Hallo Torsten,
      ich habe jetzt auch die Lösung für WordPress.com-Blogger fertig. Diese müssen den hier vorbereitete Datenschutzpassus in ihre Datenschutzerklärung einbinden: WordPress.com-Stats (Plugin/Jetpack/Blogs) datenschutzkonform nutzen (mit Muster der Datenschutzerklärung).

  11. vielen Dank für die Information!

  12. Daher nutze ich ja auch WP-Slimstat-Ex

  13. guter Hinweis, wir arbeiten viel mit WordPress daher sollten wir es eigentlich wissen.

  14. vielen Dank! kann ich dadurch Probleme bekommen, wenn ich es nicht deinstalliere ? wenn ja welche…werde ich auf meine stats verzichten muessen…

  15. Wie verhält es sich mit Blogsystemen, bei denen ich als Betreiber gar keine Möglichkeit habe, die Erfassung von Daten durch Dritte zu unterbinden? Der beliebte Blog-Dienst Posterous erfasst z.B. automatisch Daten für Google Analytics und Quantcast. Ob ich das will, oder nicht. Sollte man dann von diesen Diensten generell Abstand nehmen?

    • Thomas Schwenke

      Das ist eine persönliche Entscheidung. Es ist ein Datenschutzverstoß, aber mit einem bisher geringen Risiko. Im privaten Bereich dürfte daher nichts passieren. Wer die Dienste kommerziell nutzt, sollte jedoch die rechtliche Entwicklung beobachten.

  16. Thomas: Wir (Automattic) haben bei Quantcast nachgefragt was für Daten sie genau speichern. Quantcast hat uns versichert das sie weder IP Adressen noch irgendwelche andere personenbezogene Daten speichern. Gestern haben sie auch ihre opt-out page mit dieser Information aktualisiert: http://www.quantcast.com/opt-out

    Wir werden zusätzlich auch noch die Beschreibung unseres Stats plugins aktualisieren.

    Ich glaube das zeigt das unser Stats plugin tatsächlich nicht rechtswidrig ist?

    • Thomas Schwenke

      Hi Toni!
      Danke sehr für Deine Rückmeldung. In diesem Fall wird WordPress.com-Stats wieder zulässig sein und ich werde einen neuen Beitrag dazu schreiben. Wie sieht es aber mit Comscore aus? Deren Code wurde auch durch das Plugin eingebunden.

      • Thanks!

        Comscore’s privacy policy sagt dass sie keine personenbezogene Daten speichern:

        http://www.comscore.com/About_.....acy_Policy

        Comscore ist auch „Safe Harbor certified“: http://safeharbor.export.gov/c.....x?id=10129

        Um ganz sicher zu sein werde ich sie auch noch direkt anfragen.

        • Thomas Schwenke

          Wunderbar, wenn sie jetzt ebenfalls ein Opt-Out abieten, passt alles. Ich weiß, die Frage nach dem Opt-Out klingt seltsam, aber wir haben in Deutschland tatsächlich eine Pflicht auch dann ein Opt-Out (im Gesetz „Widerspruchsrecht“ genannt) anzubieten, wenn die Daten ohne personenbezug zu statistischen oder Marktforschungszwecken gespeichert werden (s. § 15 Abs.3 Telemediengesetz).

          D.h. Website-Tracker müssen folgende Voraussetzungen mitbringen:

          1. Keine Personenbezogenen Daten speichern (= keine IP oder nur masked IP ohne die letzten 8 bit)

          2. Widerrufsrecht auch beim pseudonymisierten Profiling für Statistik-, Werbe- oder Servicezwecke bieten (z.B. Opt-out Plugins für Browser wie Google es macht oder Opt-Out Cookies wie Quantcast)

          3. Datenschutzbelehrung, in der auch auf die Widerrufsmöglichkeit und deren Ausgestaltung hingewiesen wird.

          Bei Comscore fehlt noch Nr.2. Nr.3, die Datenschutzbelehrung, kann ich gerne beisteuern.

          Ich will das Fass nicht zu sehr öffnen, aber auch andere Plugins wie Akismet dürfen nicht ohne Weiteres genutzt werden, weil personenbezogene Daten erhoben und in den USA verarbeitet werden. Daher auch die Einwilligungseinholung hier vor dem Absendebutton. Automattic ist ja nicht Safe Harbor certified, oder?

          Und weil Fragen von WP-Nutzern kamen, ob ich plötzlich was gegen WordPress habe – nein, ganz im Gegenteil. Ich arbeite seit Jahren mit WP und habe damit (und Buddypress) z.B. http://www.sheepworld.de erstellt. Aber sowohl Hinweise von Datenschützeren gegen diese Datenschutzverstöße vorgehen zu wollen, wie auch Abmahnungen von Konkurrenten, nehmen in diesem Bereich zu.Daher möchte ich meinen Teil zum Schutz der Community vor diesen Risiken beitragen.

          • Frank

            An dieser Stelle möchte ich doch mal den Juristen fragen, wie ein Opt-Out technisch funktionieren könnte?

            Bei Newslettern ist ein Single-Opt-Out nur dann möglich, wenn man schon für den Newsletter registriert war, also Daten in der Datenbank vorhanden sind.
            Wie soll aber ein Single-Opt-Out bei Statistik funktionieren, wenn es „anonym“ ist und auf der nächsten Seite der Betreffende nicht mehr wieder erkannt wird?
            100 Leute tummeln sich auf der Seite, welcher ist der mit Single-Opt-Out und darf nicht gezählt werden?

            Ich finde, hier beginnt der Schwachsinn des Datenschutzes die übelsten Blüten zu treiben und dem sollten wir entgegen steuern und nicht versuchen, uns zu waschen ohne nass zu werden, nur weil paar weltfremde und realitätsbefreite Politiker das so wollen.

          • Dürfte ich da als Nichtjuristin mal den Vergleich mit den SWIFT-Daten anbieten? Sicher ist das aber alles was ganz Anderes. #nurmalso

          • Von ComScore warten wir auf Antwort.

            Unser „ComScore pixel“ brauchen wir aber nur auf WordPress.com, auf das Stats plugin hat ComScore also keinen Einfluss.

            > Automattic ist ja nicht Safe Harbor certified, oder?

            Noch nicht. Wir sind dabei eine certification mit TRUSTe zu machen.

  17. Gerade habe ich mir das WordPress.com-Stats Plugin heruntergeladen … und auf der Suche nachweiteren Informationen diesen Artikel gefunden.
    Bin jetzt unsicher und werde erst mal nach Alternativen Ausschau halten … :-( …

  18. ShadowBeast

    mal ’ne ganz blöde Frage: Muss ich das Stats-Plugin in der Datenschutzerklärung erwähnen und wenn ja, gibt es dafür ein Muster?

  19. Danke für die Infos.

    Als Alternative zu WP Stats taucht jetzt vermehrt das Plugin „Jetpack“ auf. Wie ist es um dieses bestellt? Kann man das nutzen, oder ist man auch da gleich wieder kurz vor der Abmahnung?

  20. Hallo

    Wie es scheint, kann man WordPress.com Stats also bald wieder nutzen?
    Falls nicht, genügt denn nicht so oder so das DoNotTrack-Plugin und man hat Ruhe?
    Und auch mit dem DNT-Plugin, muss man WordPress.com Stats denn dennoch auch im Impressum erwähnen?
    Herzlichen Dank, angenehmes Wochenende,

    Alex

    • Huch, meine angegebene Webseite beim Post drüber ist falsch. Könnte diese noch bitte nachträglich geändert werden? So könnte man diesen Beitrag auch löschen – danke!

    • Thomas Schwenke

      URl geändert und mit dem DNT-Plugin ist eine Erwähnung nicht nötig. Im Übrigen kommt morgen noch ein neuer Beitrag zu dem Plugin.

      • Hallo und danke für die Antwort.
        Werde dann noch auf den Artikel von heute warten.
        Angenehmen Dienstag und beste Grüße,
        Alex
        P.S. Falls nach dem heutigen Beitrag immer noch die URI geändert werden muss, müsste mir jemand als Laie erklären wie das geht – Danke! ;)

  21. Thomas Schwenke

    Update 05.04.2011
    Das WordPress.com-Stats kann auch ohne DoNotTrack wieder genutzt werden, jedoch nur mit einer Datenschutzerklärung, die wir als Muster zur Verfügung stellen. Wer sein Blog auf Worpress.com gehostet hat, kann DoNotTrack eh nicht verwenden und muss eine Datenschutzerklärung einbinden: WordPress.com-Stats (Plugin/Jetpack/Blogs) datenschutzkonform nutzen (mit Muster der Datenschutzerklärung).

  22. Dem kann ich mich nur anschließen.

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