Social Media Monitoring & Recht – Teil 10 – Dank Leistungsschutzrecht: Monitoring als Cashcow für Presseverlage?

Dieser Beitrag zeigt welche Rechtsunsicherheit das neue Leistungsschutzrecht beim Monitoring mit sich bringt und wie manche Verlage daraus Gewinn schlagen wollen.

Medienbeobachtungslizenz der F.A.Z.

Ausschnitt aus dem Angebot der F.A.Z. an einen Monitoringdienstleister. Monitoringmaßnahmen sollen danach nur gegen Zahlung einer Lizenzgebühr erlaubt sein. (Hinweis: Ich habe das Angebot grafisch bearbeitet, um Namen, Tel.Nr., etc. zu entfernen)

Im letzten Teil der Beitragsreihe erläuterte ich, dass Caching und Reporting im Rahmen von Monitoringmaßnahmen zu Urheberrechtsverletzungen führen können. Um diese zu vermeiden, empfahl ich, nur kurze Text-Snippets von 1-2 Sätzen oder lediglich die URLs der relevanten Textquellen zu speichern.

Handelt es sich bei den Textquellen jedoch um Presseerzeugnisse, muss seit dem 01. August 2013 auch das „Leistungsschutzrecht für Presseverlage“ (kurz: „Leistungsschutzrecht“) beachtet werden. Auf dessen Grundlage wollen manche Verlage auch am Crawling und an den Snippets profitieren.

So liegt mir ein Angebot im Rahmen der „F.A.Z.-Medienbeobachtungslizenz“ vor, das zeigt wie ein Verlag sich diese Partizipation vorstellt. Die Vorstellung der Lizenz beim Monitoring Camp und der darin genannten Summen löste teils Belustigung, teils Empörung aus.

Ob diese Reaktionen berechtigt sind, werde ich in diesem Beitrag prüfen. Er ist juristisch ein wenig anspruchsvoll, was der rechtlichen „Qualität“ des Leistungsschutzrechts geschuldet ist. Dieser Beitrag soll auch verdeutlichen, was passiert wenn ein Gesetz aus wirtschaftlichen Interessen ohne Rücksicht auf bestehende Gesetze und Nutzungsgewohnheiten verabschiedet wird. Lesen Sie weiter

Social Media Monitoring, CRM, HR & Recht – Teil 9 – Verstöße gegen das Urheberrecht beim Caching und Reporting

Beim Monitoring werden fremde Texte erfasst und ausgewertet. Was viele Unternehmen und Monitoringanbieter jedoch nicht wissen ist, dass damit eine Gefahr von Urheberrechtsverstößen verbunden ist.

Social Media Monitoring & Urheberrecht

Werden beim Monitoring ganze Texte oder Bilder gespeichert, kann es sich dabei um Urheberrechtsverletzungen handeln. Im Bild das Tool Mention, welches dieses Problem umgeht. Wie, wird in diesem Beitrag erklärt. (Text rechte Spalte: Marlene Hecker)

In den bisherigen Teilen dieser Monitoringreihe ging es um das Datenschutzrecht. Daneben müssen jedoch auch das Urheber– und das neue Leistungsschutzrecht für Presseverlage beachtet werden. Das gilt vor allem dann, wenn Monitoring-Reports für unternehmensinterne Zwecke oder durch Monitoringanbieter erstellt werden.

Da diese Problematik nach meiner Erfahrung nur wenigen Unternehmen bekannt und zudem rechtlich sehr problematisch ist, empfehle ich die Lektüre des folgenden Beitrags, um die Risiken einschätzen zu können. Im ersten Schritt widme ich mich dem Urheberrecht. Lesen Sie weiter

Social Media Monitoring, CRM, HR & Recht – Teil 8 – Active Sourcing, Ansprache & Abwerbung potentieller Arbeitnehmer

In dieser Folgeder Beitragsreihe erkläre ich, wann die Suche nach potentiellen Mitarbeitern zulässig ist und vor allem, wann diese per E-Mail und Telefon angesprochen oder sogar abgeworben werden dürfen.

Monitoring & Recruitment - Positive Ansprache

Beim Active Sourcing liegen die Probleme vor allem in der Ansprache der potentiellen Kandidaten. Wenn, wie in diesem Fall, eine konkrete und passende Stelle angeboten wird und es sich nicht um „Recruitment-Spam“ handelt, sind praktisch keine Konsequenzen zu befürchten.

Sie wissen nun wann und wie Sie Social Media Monitoring für die Bewerberrecherche und Beobachtung von Beschäftigten einsetzen dürfen. Was noch fehlt ist die Suche nach Talenten und potentiellen Mitarbeitern (so genanntes „Active Sourcing„).

In diesem Beitrag erkläre ich jedoch nicht nur, wann Active Sourcing zulässig ist, sondern erkläre auch wie die potentiellen Mitarbeiter angesprochen und abgeworben werden dürfen. Sei es direkt von unternehmensinternen Recruitern oder Headhuntern. Am Ende des Beitrags erhalten Sie wie gewohnt eine Checkliste. Lesen Sie weiter

Social Media Monitoring, CRM, HR & Recht – Teil 7 – Überwachung und Kontrolle von Beschäftigten

In dieser Folge der Beitragsreihe erkläre ich, wann und wie die Überwachung sowie Kontrolle von Beschäftigten in sozialen Meiden rechtlich zulässig ist.

Social Media Monitoring von Beschäftigten - Rechtsgrundlagen

Diese Übersicht zeigt die einschlägigen Grundlagen beim Monitoring von Beschäftigten. Was hier noch sehr abstrakt aussieht, werde ich in dem Beitrag ausführlich erläutern.

Nachdem ich im letzten Teil der Beitragsreihe die Bewerberrecherche in sozialen Medien unter die Lupe genommen habe, geht es diesmal um die Beobachtung von Beschäftigten. Dabei treffen sich mit dem Arbeits- und dem Datenschutzrecht zwei sehr unbestimmte Rechtsgebiete, die vor allem durch richterliche Entscheidungen in Einzelfällen geprägt werden.

In dem Beitrag wird es sowohl um Leistungskontrolle, Überwachung der Internetnutzung, Nachforschungen bei potentiellen Straftaten, wie auch zufällig entdeckte Pflichtverstöße von Mitarbeitern gehen. Es wird wohl der längste und angesichts der Materie anspruchsvollste Teil der Reihe. Um Ihnen die Übersicht zu erleichtern, finden Sie am Ende eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten.

Beginnen möchte ich mit den rechtlichen Grundlagen.

Monitoringcamp LogoDatenschutzkongress – Dieser Beitrag basiert auf meinem Vortrag mit dem Titel „Monitoring von Social Media Aktivitäten von Mitarbeitern“ beim 14. Datenschutzkongress in Berlin.

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Social Media Monitoring, CRM, HR & Recht – Teil 6 – Risiken der Bewerberrecherche

In dieser Folge der Beitragsreihe erkläre ich, was Sie bei der Backgroundrecherche von Berufsbewerbern rechtlich beachten müssen.

Bewerberrecherche - Titel

Arbeitgeber können heutzutage weitaus mehr Informationen über Bewerber gewinnen als noch vor dem Aufkommen der sozialen Netzwerke. Jedoch müssen Sie dabei die Rechte der Bewerber berücksichtigen, weshalb sie nicht in jedem Netzwerk recherchieren und nicht jede Information verwerten dürfen.

Nach der Einführung in den Datenschutz, dem Tracking und Targeting sowie Einsatz von Monitoring im Customer Relationship Management, widme ich mich nun dem Einsatz von Monitoringtools beim Recruitment und Beobachtung von Mitarbeitern.

Für Unternehmen ist die Kenntnis dieser Regeln essentiell. Zum einem um die Compliancerichtlinien zu befolgen, aber vor allem auch um die gewonnen Erkenntnisse zum Beispiel im Einstellungs- oder Kündigungsverfahren verwerten zu können.

Beginnen möchte ich mit der rechtlichen Zulässigkeit der Bewerberrecherche, zu der Sie am Ende des Artikels eine Checkliste finden.

Monitoringcamp LogoDatenschutzkongress – Dieser Beitrag basiert auf meinem Vortrag mit dem Titel „Monitoring von Social Media Aktivitäten von Mitarbeitern“ beim 14. Datenschutzkongress in Berlin.

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Social Media Monitoring, CRM, HR & Recht – Teil 5 – Customer Relationship Management

In dieser Folge der Beitragsreihe erkläre ich, was Sie bei der Pflege von Kundenbeziehungen in Social Media datenschutzrechtlich beachten müssen.

Social Media Monitoring & CRM - Grenzen der Datennutzung

Sie dürfen die Daten, die Sie vom Kunden erhalten haben (zum Beispiel im Rahmen eines Onlineshops) für die Erfüllung Ihrer vertraglichen Pflichten verwenden, aber nicht ohne Weiteres mit den in Social Media gewonnenen Informationen vermischen.

Nach der Einführung in den Datenschutz und Fragen zum Tracking und Targeting von Nutzern, widme ich mich nun dem Einsatz von Social Media Monitoring zur Pflege von Kundenbeziehungen (auf Englisch „Customer Relationship Management“ oder kurz CRM). Dank den Monitoringmöglichkeiten, können sich Unternehmen um ihre Kunden auch „jenseits der Ladentür“ kümmern und zum Beispiel deren Zufriedenheit messen.

Doch auch wenn die Absichten gut sein mögen, in den meisten Fällen werden die Kunden um Erlaubnis gefragt werden müssen. Da ich von meinen Mandanten immer häufiger danach gefragt werde, habe ich hier für Sie aufgeschlüsselt wie weit Sie die Kundendaten nutzen dürfen und wie Sie darüber hinaus eine Erlaubnis vom Kunden erhalten können. Lesen Sie weiter

Social Media Monitoring, CRM, HR & Recht – Teil 3 – Datenschutz Basics

Was sind personenbezogene Daten, wo liegt der Unterschied zu anonymen oder pseudonymen Daten und was ist ein Gesetzesvorbehalt? Fragen die Sie als Marketer oder Entwickler beantworten müssen und nach Lektüre dieses Beitrags werden beantworten können.

Datenschutz Basics - Was ist ein Datum?

Mit Daten sind alle beliebigen Informationen gemeint. Sie können eine Person selbst betreffen (z.B. Name „Thomas Schwenke“), auf deren Handlungen hinweisen (z.B. Besuch einer Facebookseite oder der Kauf eines Buchs) oder Aussagen sein (z.B. Verfassen eines Blogkommentars). Der Ausgangspunkt des Datenschutzes ist, dass jeder Mensch Herr seiner Daten sein und wissen sollte, wer, was, wie und wo über einen speichert.

Wenn Sie heutzutage online Nutzer oder Mitarbeiter beobachten oder Kunden betreuen möchten, sind Grundkenntnisse im Datenschutzrecht unabdingbar.

Nur so können Sie erkennen, ob die von Ihnen geplante Datenerhebung oder der Einsatz eines Social Media Monitoring Tools Risiken mit sich bringt. Außerdem sind Sie dann bereits (zumindest etwas) gewappnet, falls es einmal in diesem Zusammenhang zu Diskussionen mit Kunden oder anderen Nutzern kommen sollte.

Dieser Teil der Beitragsreihe wird Ihnen daher die Grundlagen des Datenschutzrechts vermitteln, zu denen die Unterscheidung verschiedener Datenarten und deren gesetzliche Folgen gehören.

Hinweis: Bitte denken Sie daran, dass das Gefühl verloren zu sein, den Blick für das Ganze zu verlieren und nicht zu wissen, was der Gesetzgeber eigentlich meint, dem Datenschutz innewohnt. In den weiteren Teilen der Beitragsreihe werde ich konkrete praktische Beispiele vorstellen. Dann wird sich der Nebel lichten und Sie werden verstehen, wozu die folgenden Grundlagen wichtig sind.

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